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Sirenen kehren in Witten zurück: Der erste „Heuler“ steht auf der Hauptfeuerwache, 26 weitere folgen

Wittens erste Sirene steht auf dem Dach der Hauptfeuerwache (Fotomontage: Jörg Fruck, Stadt Witten)

Eigentlich sollte ein Medientermin am Donnerstag, 15. Juli, die erste von 27 Alarmierungs-Sirenen im Stadtgebiet vorstellen. Im Starkregen-Szenario wurde der Temin kurzerhand „umgenutzt“, um einen Hochwasser-Lagebericht zu geben.

Die  erste Sirene – auf dem Dach der Hauptfeuerwache, Dortmunder Straße 17 – war dann aber dennoch interessant, denn: Wäre zukünftig beispielsweise eine Evakuierung im Zusammenhang mit Überschwemmungen nötig, könnten auch dafür die Sirenen auf Wittener Stadtgebiet genutzt werden.

Im Detail informiert die Stadt Witten demnächst mit einem Flyer, den es digital und in stadtweiter Verteilung geben wird, über alles Wissenswerte rund um die Sirenen: Welche Töne gibt es? Welche Rufnummer für Informationen? Etc.

Die erste von 27 Sirenen ist ab sofort auf dem Gebäude der Hauptfeuerwache (Dortmunder Straße 17) alarmierungsfähig. 26 weitere Sirenen werden bis Frühjahr 2022 noch auf städtischen Gebäuden wie Feuerwachen, Schulen und dem Haus des Sports  oder aber auf dem Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) aufgebaut, um künftig mit vier verschiedenen Warntönen vor Gefahren warnen zu können: Wenn es brennt, aber auch bei Szenarien wie Starkregen bzw. Hochwasser. Sie sind so ausgerichtet, dass jedes bewohnte Stadtgebiet vom Hör-Ton erreicht wird. Und weil lokale Ereignisse wie ein Brand natürlich keinen stadtweiten Alarm erfordern, können sie auch einzeln beziehungsweise in Clustern angesteuert werden. Zieht also eine (giftige) Rauchwolke über ein Gebiet, heulen die Sirenen in dem Bereich, über den der Wind die Wolke treibt.

Und wenn man eine Sirene nicht hört? Oder die Warntöne nicht aus dem Gedächtnis entschlüsseln kann? Dann hilft, dass die Alarmierung mit anderen Hilfsmitteln verbunden ist. Die Feuerwehr empfiehlt, dass Smartphone-Besitzer*innen die Warn-App NINA installieren. Die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe lohnt sich auch über Fragen der Wetterlage hinaus, beispielsweise für Warnungen bei Großbränden (Rauchentwicklung), bei Hochwasser, oder im Falle von Evakuierungen im Zusammenhang mit der Entschärfung von Weltkriegsbomben. Wer die Sirene hört, bekommt unmittelbar auch über NINA Aufschluss darüber, welchen Anlass die Warnung hat: ob beispielsweise Fenster und Türen geschlossen bleiben sollten. Selbst für den Fall, dass man kein Smartphone besitzt und zum Telefonhörer greifen möchte, kommt man beim Ertönen der Sirenen an Informationen: Für Anrufer*innen gibt es dann eine eigene Rufnummer, die zu einer Bandansage mit allen relevanten Informationen führt. Bis zu 40 Menschen können diese Bandansage zeitgleich erreichen. Mit dem wichtigen Effekt, dass mehr Menschen im Einsatz sein können, die nicht am Ende eines Telefons gebunden sind. Auch eine Bevölkerungsinformation mit Lautsprecherwagen würde bei einem größeren Schadensfall keine Kräfte mehr binden, die im Einsatz benötigt werden.

Um in Gefahrensituationen effektiver zu arbeiten, investiert Witten deshalb in die Sirenen-Warnung der Bevölkerung ca. 500.000 Euro (80.000 Euro davon werden von Bund/Land gefördert). Damit kehrt die Ruhrstadt zu einer Alarmierung zurück, die es vor Jahrzehnten bereits gab: „Mit dem Ende des Kalten Krieges sind die Sirenen auch aus Witten verschwunden – weil man seinerzeit außer Acht ließ, dass sie nicht nur im unmittelbaren Bedrohungsfall nützlich sind, sondern auch gut als Warnsignal funktionieren“, erläutert Dirk Lieder, stellvertretender Leiter der Wittener Berufsfeuerwehr.

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